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Jan 26

6 Tipps für ängstliche Welpen

Was tun bei ängstlichen Welpen?

Überlegen wir erst einmal was der Hintergrund dieser Frage ist:
Der Welpe verlässt etwa im Alter von 8 bis 12 Wochen seine Familie und damit auch seine bisher bekannte Welt.
Auf den Welpen prasseln viele neue Situationen ein – alles ist zunächst anders und ungewohnt.
Je nach Herkunft  – und was die Welpen beim Züchter oder ihrer Ursprungsfamilie kennengelernt haben –  sind sie in der Lage unterschiedlich gelassen zu reagieren und sich entsprechend an die neue Umgebung anzupassen. Das kann von sehr ängstlich bis sehr neugierig variieren und ist natürlich auch abhängig vom Charakter des jeweiligen Welpen (Shyness- Boldness- Continuum).

 

Diese Unsicherheit erkennt man leicht, wenn man dem Welpen einen neuen Gegenstand präsentiert und sich die

Welpesitzend - photo by https://unsplash.com/@branch_portraits

Foto: Branch Portraits

Nase zwar vorsichtig annähert, das Hinterteil aber möglichst lange am gleichen Fleck stehen bleibt und sich der junge Hund immer länger streckt. Oft schrecken sie auch bei ihren Erkundungen zusammen und der Hals, zuvor noch giraffengleich,  ist wieder ganz schnell auf normale Länge zurück geschrumpft.

Dieses Verhalten ist biologisch äußerst sinnvoll: Neues ist immer potentiell gefährlich! In der Natur überleben die Vorsichtigen einfach länger! Niemand, der die Reißzähne des Bären in freier Natur im Detail untersuchen wollte, hat es geschafft, sich anschließend fortzupflanzen.
Angst vor Neuartigem ist biologisch gesehen also äußert sinnvoll.

Wie aber können wir unserem ängstlichen Welpen jetzt dabei helfen, dass er Mut findet, den (ungefährlichen) Dingen auf den Grund zu gehen?

  1. Der Welpe bekommt von uns alle Zeit der Welt. Er darf Dinge in seinem Tempo erkunden.

    Welpezoegerlich - Foto: Branch Portraits

    Foto: Branch Portraits

  2. Wir können den Welpen unterstützen, indem wir uns selbst eingehend mit den Dingen beschäftigen (oder so tun, als wäre es das spannendste der Welt) und den Welpen so zu animieren, sich freiwillig! auch mit dem Gegenstand zu beschäftigen. (Der Welpe wählt dabei seinen Wohlfühlabstand.)
  3. Falls es sich um bewegte Objekte handelt, können wir evtl. dafür sorgen, dass wir Bewegung herausnehmen. Wenn beispielsweise die rollende Mülltonne unheimlich ist, können wir den Welpen Erkundungsversuche unternehmen lassen, wenn die Tonne steht.
  4. Wir können den Welpen für „sicheres Beobachten aus der Ferne“ belohnen. Um im Beispiel zu bleiben: Wenn die Tonne von jemandem gerollt wird, schauen wir in einer Entfernung, in der der Welpe sich noch wohl fühlt zu und belohnen das ruhige Hinschauen. Beim Schauen setzt sich der Welpe mit der Tonne auseinander und lernt.
  5. Kommt etwas für den Welpen Unheimliches auf ihn zu und er sucht Schutz bei Ihnen, dann schützen Sie ihn bitte. Es ist elementar, dass der Welpe lernt, dass er sich auf Sie verlassen kann.
  6. Letztlich kann man auch Vor- und zurückpendeln.
    Das ist eine Trainingstechnik, die sehr schnell und effektiv ist. Da es hier auf Details ankommt, fragen Sie ihren Trainer nach entsprechender Anleitung.

Geht’s nicht ein kleines bisschen schneller?

SelbstbewussterWelpe

Foto. Andrew Pons

Wie eingangs schon erwähnt, liegt die Neugier ihres Hundes auch in seiner Persönlichkeitsstruktur verankert.
Forcieren Sie nun einen Welpen seine natürlichen Grenzen zu missachten, z. B. indem Sie den Welpen mit Leckerlis zu dem unheimlichen Objekt locken, so fügen sie zu dem „Stress“ (rein körperlich empfindet der Hund Stress wenn er sich im Konflikt zwischen Annäherung und Distanz befindet) zusätzlichen Stress hinzu. Bei futterliebenden Tieren, kann es passieren, dass sie sich aufgrund des Lockmittels annähern, weil sie nur noch das Futter im Kopf haben und die „Gefahr“ ausblenden. und Plötzlich befinden sie sich in einer Situation wieder, in die sie sich ohne Futter nie hineinbegeben hätten. Eine wilder Fluchtversuch startet.
Das kann mitunter gefährlich werden, sicherlich wird sich ihr Hund beim nächsten Mal eher vorsichtiger als mutiger annähern.

Meine Empfehlung lautet  also: Nein, bitte versuchen Sie nichts zu beschleunigen. Sie haben noch ein ganzes Hundeleben Zeit. Haben Sie Geduld mit sich und mit ihrem Hund. Freuen Sie sich über die kleinen Schritte.
Ihr Hund wird es Ihnen Danken und auch mein Herz haben Sie so gewonnen!

 

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