richtig Spielen mit dem Hund – oder erlaubtes Jagdverhalten

“richtig Spielen mit dem Hund” – Seminar mit Norbert Nitsch

Karsamstag waren meine Mädels und ich bei Norbert Nitsch von Dogs-point in Aachen zu einem Seminar, welches uns “richtig Spielen mit dem Hund” näher bringen sollte.
Petra und Norbert mit Melanie, Karl und ich hatten uns dort zu einem Arbeitstreffen im Rahmen der cumcane® Ausbildung verabredet und neben fachlichem Austausch sollte auch richtiges Spielen mit dem Hund auf dem Programm stehen. Norbert ist ausgebildeter Ekard Lind Trainer. Die Lind-Art® ist eine Methode, die schon früh auf Belohnung statt Bestrafung im Hundetraining setze; Spiel wird in dieser Ausbildungsrichtung als besonders gute Form der Belohnung erachtet, so dass “richtiges Spielen mit dem Hund” einen großen Anteil der Trainerausbildung ausmacht.
Einen Teil seines Wissen über “richtiges Spielen mit dem Hund” wollte uns Norbert also im Rahmen unseres Treffens vermitteln.

Norbert erklärte uns also die Grundlagen des richtigen Spielens mit Hunden und leitete unterschiedliche Spieleinheiten an und auch eine kleine Theorieeinheit war Bestandteil des Seminars.
Wir hatten alle, während des ganzen Tages, super viel Spaß und einige AHA-Erlebnisse.
Meine Mädels (Bonny und Kira, meine Hunde) waren glücklich und damit war ich es natürlich auch.

Veränderungen

Bereits an dem Seminartag fiel mir auf, wie selbstverständlich Kira, meine eher ängstliche Hündin, mit für sie ansonsten eher schwierigen Situationen umging.
In einer Situation hatte sie ihren Kopf zu weit in eine umgekippte Pylone gesteckt, so dass diese kurzfristig auf ihrem Kopf stecken blieb.  Ich hielt die Luft an als ich das sah, weil ich dachte: “Oh nein, jetzt ist es vorbei!” aber Pustekuchen, die tapfere Spielmaus, steckte ihren Kopf direkt und völlig unbekümmert wieder in die Pylone. Ich war restlos begeistert! Alleine dafür gebührt Norbert mein Dank!

Hier ein Blick auf’s Hütchen-Video

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Für mich völlig ungewöhnlich, löste sich Bonny plötzlich von mir und ging nochmal an den Stellen nachsehen wo wir gespielt hatten. Sie entfernt sich sonst (außer im jagdlichen Verhalten) eigentlich nie soweit von mir und ich war begeistert und werte das ebenfalls als Zeichen, dass ihr die Einheit mit Norbert Nitsch von dogs-point unglaublich viel Spaß gemacht hat.

Nachhaltige Verhaltensänderung

Auch die folgenden Tage bestätigten dies: Während Kira sonst vielleicht drei Mal pro Woche im Haus ein Spielzeug umher trug und zum Spielen aufforderte, stellte ich am nächsten tag überrascht fest, dass ich sie drei Mal mit Spieli im Fang erwischte.

Am darauffolgenden Morgen weckte sie mich sogar mit Spielzeug im Fang.

Nun gut, das mag nun nicht der Wunsch von jederfrau/ jedermann sein, dennoch ist es ein deutliches Zeichen wie viel Freude ihr das Spieleseminar bereitet hat. Also bauten wir Spieleinheiten in unsere Spaziergänge ein.

Was hat das nun mit Jagen zu tun?!

Nun, zum einen bestehen gemeinsame Spiel mit den Menschen ebenfalls aus der Beutefangsequenz des Jagdverhaltens. Zum anderen bietet es dadurch eine hervorragende Möglichkeit, Ansätze von Jagdverhalten zu belohnen.

Bonny spielt, zumindest im Vergleich zu Kira, nicht so gerne. Ihr Hobby liegt eher im realen Bereich – sie geht tatsächlich gerne jagen, so dass ich immer ein Auge auf sie haben muss. Im Verlauf unserer gemeinsamen Zeit haben wir ihr Hobby recht gut in den Griff bekommen. Ich habe für sie zahlreiche Belohnungen aus dem Jagdverhalten aufgebaut und kann sie mittlerweile sehr gut lesen, so dass sie dennoch oft im Freilauf sein und ihr Hundeleben genießen kann.

Die Erfolgsmeldung – Kombination von Jagen und Spielen

Durch eine Anregung von Petra, habe ich heute versucht, die Spielsequenzen, die wir bei Norbert gelernt haben, im jagdlichen Kontext auszuprobieren.

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Im Gebüsch hinter dem Zaun hat Bonny etwas Spannendes erschnüffelt. Da auf beiden Seiten des Weges Wildzaun ist, und ich vertrauen kann, dass sie dort keine Chance auf Jagen hat, entferne ich mich von Bonny und “schleiche” mich währenddessen an ein Felldummy an.

Das Felldummy liegt zufällig auf dem Weg. Wir hatten zuvor eine “Vorlorensuche auf der Rückspur gemacht. Bonny hat das Dummy nur bis zur hälfte zu mir gebracht, als sie es ausspuckte um den Geruch hinter dem Zaun, der ihr offenbar in die Nase gestiegen war, näher zu erkunden.

Wie ihr seht, reagiert Bonny nach  nur zwei Wochen Spieltraining auf “mein Anschleichen/ Belauern” des Spielis und bricht IHRE Jagdsequenz ab um in mein Spielangebot einzusteigen!

Ein beachtliches Ergebnis, wie ich finde – vielen Dank dafür Norbert!

 

 

 

Wenn der Hund jagt – oder warum sich Jagdersatztraining auszahlt…

Was tun, wenn der Hund jagt

Heute, Ende März, ist ein diesiger Tag, wie sich unschwer an meinem Foto erkennen lässt.

Jagdersatztraing bei Thinking Dog
Diesiger Laubwald Ende März im Sauerland

Bald beginnt die Brut- und Setzzeit in NRW, d.h. die Wildtiere bekommen ihre Jungen und benötigen deshalb besonderen Schutz. Wenn Ihr also Hund jagt, ist die Lösung vorerst einfach, er muss zwingend angeleint werden. Was man aber zeitgleich tun kann, wenn der Hund jagt, dass erfahren Sie in diesem Artikel. Ich versuche auch über die Hintergründe aufzuklären warum der Hund jagt und wie ich damit umzugehen gelernt habe und wie mich meine Hündin immer wieder positiv überrascht

Jeder hat sein Päckchen zu tragen – das ist unseres

Als ich mich damals für die Rasse meiner Hunde entschieden habe, war mir wichtig, dass sie groß und kurzhaarig sind. Zudem wollte ich keinen Jagdhund haben. Schnell war dann sie Wahl auf die großen Schweizer Sennenhunde gefallen, von denen man sagt, dass sie verlässliche Beschützer sind, aber keine Jäger. Perfekt also!

Ich habe also keine typischen Jagdhunde (eigentlich sind sie, ganz rassetypisch, eher von der Kategorie Couchpotatoe (offiziell sind es Hof- und Wachhunde)), aber seitdem Bonny im Alter von etwa sieben Monaten ein aufgeregt gackerndes Huhn, welches aus Nachbars Garten den Weg über unseren Zaun gefunden hat, verfolgt hat, hat sie ihre Leidenschaft fürs Jagen entdeckt. Seit diesem einem Zufall ist sie einem kurzen Jagdausflug nicht abgeneigt, sofern sich die Gelegenheit bietet. Mein Hund jagt also doch…

Wenn der Hund jagt: “…Ach, das sind ja nur Vögel…!”

In den Anfängen ihres neuen Hobbys hatte sie eine Vorliebe für Vögel. Sehr schnell ist sie dann auch auf größere Säugetiere umgestiegen.  Die Vögel dienten für sie quasi als Übungsobjekt um sich auf “Größeres” vorzubereiten.
Und während ich bei Vögeln scheinbar noch einigermaßen entspannt bleiben konnte – schließlich können die ziemlich sicher entfliehen, verhält sich das bei Säugetieren nochmal ganz anders.  Abgesehen davon besteht ja selbst bei Vögeln die Gefahr, dass nicht nur dem vermeintlichem Beutetier doch etwas passieren kann, es gibt ja zusätzlich noch die Gefahr ungewollter Straßenüberquerungen und ähnlich schlimme Szenarien, die durch einen unkontrollierbar jagenden Hund entstehen können.

Die schlechte Nachricht wenn der Hund jagt

Da der “Jagdtrieb” (heute spricht man eigentlich von jagdlich motivierten Hunden und nicht mehr von Trieb) genetisch verankert ist, lässt sich das Jagen nur schwer unterbrechen.
Jagen dient ganz ursprünglich dem Beschaffen von Futter. Und selbst wenn das “Erlegen der Beute” nicht vollzogen wird, werden unglaublich viele Glückshormone im Körper des Hundes ausgeschüttet, die dafür sorgen, das das Jagdverhalten des Hundes (vorerst) bestehen bleibt und beibehalten wird. Alles andere wäre ja auch biologisch nicht sinnvoll.

Wenn der Löwe das Gnu einmal verfehlt und dann denkt, och das war nur anstrengend und hat Energie gekostet, dass lass ich zukünftig, würde er verhungern… und so ähnlich läuft die Geschichte auch noch bei unseren geliebten Vierbeinern ab. Selbst dann noch wenn sie bei uns im Laufe der Domestikation schon seit zehntausenden Jahren (überwiegend) gefüttert werden und gerade in der westlichen Welt eigentlich nicht hungern müssen wenn sie die Beute nicht erwischen. Die Natur hat also vorgesehen, dass auch bei Misserfolgen das Jagdverhalten der Hunde erst einmal sehr robust ist, d.h. es lässt sich nicht einfach verhindern oder unterdrücken. – Das ist die schlechte Nachricht.

Gibt es eine gute Nachricht wenn der Hund jagt?

Das Jagdverhalten besteht nicht einfach nur aus Jagen. Es setzt sich aus mehreren kleineren Segmenten zusammen. Es gibt unterschiedliche Varianten dieser Zusammensetzung. Ich orientiere mich hieran:

Jagen besteht aus folgenden einzelnen Verhaltensweisen:
Orientieren – Fokussieren – Beschleichen – Hetzen – Packen – Töten – Fressen

Bevor wir wahrnehmen, dass der Hund jagt, muss er sich also zunächst orientieren. Nimmt er Beute wahr, wird diese fokussiert.
Man kann sich das gut vorstellen, wenn man wieder an den Löwen denkt, der sich ein einzelnes Gnu aus einer Herde von Tausenden selektiert und dieses, und nur dieses wird dann auch bejagt, was sich durch anschleichen weiter ankündigt. Hetzen, packen töten und fressen ist, glaube ich, selbsterklärend…

Wenn der Hund jagt, ist das individuell!

Je nach Veranlagung des Hundes unterscheiden sich diese Sequenzen erheblich. Bei einigen sind einige Teile z. B. durch züchterische Selektion sehr groß geworden und andere dafür kleiner oder sind quasi gar nicht mehr vorhanden. Spezialisten sind z. B. Hütehunde, deren “Jagd-“Sequenz (Hüten ist aus dem Beutefangverhalten entstanden) aus Orientierung und Fokussierung und Hetzen besteht, die nachfolgenden Sequenzen dafür überwiegend nicht mehr vorhanden sind. Bei Treibhunden findet sich zudem noch das Packen in der angelegten Beutefangsequenz.

So hat jede Hunderasse aber auch jeder individuelle Hund seine ganz eigene Jagdsequenz

Jagen ist komplex

Aber zurück zum Thema; Jagdverhalten ist also komplex und wo bleibt nun die gute Nachricht?
– DAS ist die gute Nachricht: Hier können wir einsteigen!
Wenn das Beutefangverhalten, also das Jagen in seine unterschiedlichen Sequenzen zerlegt betrachtet wird, gibt es Belohnungsmöglichkeiten! “Wie jetzt?”, fragst du dich vielleicht, “ich soll das Jagen belohnen?”

wenn der Hund jagt, soll ich das Jagen belohnen???

Und ich sage:” Ja, unbedingt!” Wie ich oben schon schrieb ist das reine Verbieten eher nicht von Erfolg gekrönt. Zudem lässt es unsere Hunde ohne sich um ihre Emotionen zu kümmern zurück. Wenn ich aber belohne, kann ich erlaubte Ersatzhandlungen anbieten.

Schaut man sich  die Jagdsequenz nochmal genauer an:

  • Orientieren
  • Fokussieren
  • Beschleichen
  • Hetzen
  • Packen
  • Töten
  • Fressen.

Am Wildtier selbst kann ich die ersten drei Bestandteile bedenkenlos (mit entsprechender Distanz) erlauben.

Hetzen, Packen, “Töten” und Fressen kann ich an einem frei lebenden Tier natürlich nicht erlauben.

“Die Freieheit eines jeden einzelnen hört da auf, wo sie die Freiheit eines anderen einschränkt.

Allerdings kann ich sogar die letzten drei Sequenzen dann erlauben, wenn es um Ersatzbeute geht.

Also die gute Nachricht lautet, es gibt, wenn man Regeln beachtet und bereit ist zu trainieren, jede Menge Möglichkeiten für Belohnungen und für Interaktion zwischen Hund und Mensch.

Was heißt das konkret?

Seit Beginn von Bonnys Jagdleidenschaft arbeiten wir also daran ihr Hobby in geordnete Bahnen zu leiten:
Wir haben Belohnungen aus den Bestandteilen der Jagdsequenz aufgebaut und mit Signalen belegt.
Als Wachhund liebt Bonny ihre Gegend zu scannen – im Kontext des Jagens also die Orientierungsreaktion. Oft steht sie an den Sauerländer Abgründen und blickt die Abhänge hinunter und lässt sich die Gerüche in die Nase treiben und scannt mit den Augen ob sie nicht irgendwo was spannendes zum Jagend entdeckt. Beide Verhalten (Scannen und Riechen) haben nun einen Namen (Glotzen und Sniff).
Bei beiden ist mir wichtig, dass sie währenddessen ruhig steht. Das habe ich sehr oft belohnt und kann nun beide Verhalten auf Signal auslösen.

Fragst du dich jetzt:  “Was habe ich davon?”

Es verschafft mir zum einen Zeit:
Während Bonny schnuppert oder “glotzt” bleibt sie stehen. Das sind wertvolle Sekunden die ich mir sichere falls Bonny ihrer Leidenschaft frönen will.

Zum anderen kann ich durch richtig gute Belohnungen Verhalten verstärken. Und aus der Trainingslehre weiß man, dass Verhalten welches verstärkt wird häufiger und länger andauernd gezeigt wird.

Zudem hat sie einen zuverlässigen Rückruf auch der wird immer wieder trainiert und sehr hochwertig belohnt.

Zudem habe ich im Laufe der Zeit gelernt, Bonny gut zu lesen. Ich sehe mittlerweile, wenn sie einen spannenden Geruch in der Nase hat. Das setzt allerdings voraus, dass ich sie sehe…

Was vermuten lässt, dass die Sache doch noch einen Haken hat

Aber nein. Dadurch, dass Bonny tolle Belohnungsmöglichkeiten von mir bekommt, hat sie ebenfalls gelernt dass es sich lohnt in meiner Nähe zu bleiben. Sie liebt es Dinge gemeinsam mit mir zu erleben und entscheidet sich mittlerweile auch im Kontext von Wildsichtung sehr oft lieber gemeinsame Dinge mit mir zu tun anstatt einem Reh hinterherlaufen zu wollen…

Viel Spaß beim Trainieren!!!

#PositiveTrainingRockt

 

Bedürfnisorientiert! – warum ich so arbeite, wie ich arbeite

Vorstehhund von Gabi Eder / pixelio.de

Kreatives Training setzt Grenzen UND berücksichtigt Bedürfnisse

Letzte Woche hatte ich eine Konversation über die Erziehung von Hunden, speziell von Jagdhunden. Mein Gegenüber Jägerin, im Besitz von ausgebildeten Jagdhunden.
Ihre These: Jagdhunde kann man nicht nur mit Heititei und Wattebauschwerfen erziehen.
Da frage ich mich nun, was mit Heititei gemeint ist?

Hier ein Erklärungsversuch aus meiner Sicht:

Meine Vorstellung ist, dass ich mit meinen Hunden friedvoll zusammen leben möchte. Ich möchte nicht, dass sie aus Furcht vor Strafe gehorchen, sondern weil sie Spaß daran haben,  gemeinsam Dinge mit mir zu machen.
Gleichzeitig ist auch mir bewusst, dass Hunde, gerade in der heutigen Zeit, nicht nur und immer und überall Hunde sein dürfen, sondern sich Regeln zu unterwerfen haben, die wir Menschen ihnen auferlegen (z.B. unerlaubtes Jagen ist verboten).

Mein Trainingsansatz zielt darauf ab, das „gutes“ Verhalten, welches vor dem unerwünschten Verhalten gezeigt wird zu verstärken. Wenn ich dieses noch erwünschte Verhalten also belohne, wird dieses Verhalten länger und häufiger gezeigt. Fällt meine gewählte Belohnung in das aktuelle Bedürfnisschema des Hundes, kann ich damit ein gutes Alternativverhalten aufbauen. Die Betonung liegt hier auf „gut“.
Konkret heißt das: Belohne ich das kurze Verharren (Vorstehen) vor dem Hetzversuch des Hundes, mit zB einem alternativen Hetzspiel (von mir initiiert), so wird der Hund den Auslöser „Wild“ mit stehenbleiben und anschließendem Hetzspiel mit seinem Halter assoziieren und dieses bei entsprechendem Trainingsstand selbständig anbieten. Bis der Hund dieses Verhalten sicher anbietet, wird er (mindestens stellenweise) an der Schleppleine geführt um unerwünschtes Verhalten zu vermeiden. Oben genannter Abschnitt wäre meine Idee von „Heititei“.

Vorstehhund - Gabi Eder / pixelio.de

Vorstehhund von Gabi Eder / pixelio.de - Vorstehen ist bedürfnisorientiert
Vorstehhund von Gabi Eder / pixelio.de

Wenn ich nun aber die Ansicht habe, dass das Alternativverhalten des Hundes bei Wildsichtung sein soll, dass er sich platt auf den Boden presst (Down mit Kopfablegen) um das Wild möglichst aus seinem Sichtfeld zu haben und nicht Gefahr zu laufen doch hinterher zu hetzen, dann gehe ich konform. Dieses Verhalten wird nicht (leicht) mit Heititei umsetzbar sein. Warum? Für den Hund lohnt sich das Verhalten schlichtweg nicht!
Während bei der „Heititeimethode“ der Hund zur Belohnung dem Wild noch hinterher sehen darf, muss sich der Hund bei der Methode der Jägerin in Enthaltsamkeit üben.
Für mich hört sich das nicht nach Spaß an…

Wer mich kennt, weiß, dass ich versuche gewaltfrei zu leben…
In der Gewaltfreien Kommunikation geht man davon aus, dass alle Menschen (Lebewesen) gleiche Bedürfnisse haben und wir uns nur in den Strategien unterscheiden. So lang ich also offen genug bei den Strategien bin, finde ich kreative Lösungen, die die Bedürfnisse aller Beteiligten berücksichtigen…

Auch mit „Heititei-Methoden“ kann ich den Hund vom Jagen abhalten, allerdings stehen hier die  Alternativen zu Beginn des Trainings nicht zwingend fest. Die Strategie ist offen, dennoch sind die Bedürfnisse klar: Der Hund möchte lauern, hetzen, packen (oder ähnliches aus seinem Jagdverhalten abspulen), der Mensch hingegen möchte, dass das Wild unversehrt bleibt (auch Hetzen schadet dem Wild), der Jäger keine Wilderei feststellen kann oder ähnliches…
Meine Strategie in dieser Konstellation ist also, der Hund darf dem Wild stehend! hinterher sehen und anschließend seine Jagdsequenzen mit dem Menschen gemeinsam ausleben… Alle Bedürfnisse aller sind (zumindest einigermaßen) erfüllt!

Vorstehen bei Wildsichtung wäre hier also ein Bedürfnis des Hundes, welche ich ihm zugestehen kann und genau hier sind wir bei bedürfnisorientierter Belohnung!

Letztlich ist (Hunde-) Erziehung eine Sache der inneren Einstellung. Finde ich es ok zu strafen, Was ist Strafe, wo fängt Gewalt an… Das sind Fragen, die jeder für sich selbst beantworten muss.
Wer sich für Gewaltfreiheit im Hundetraining entscheidet, dem stehe ich gern mit Rat und Tat zur Seite!